Parlamentskreis Automobiles Kulturgut
Parlamentskreis Automobiles Kulturgut
Ergebnisprotokoll der Sitzung am 23.02.2011 von 15:00 - 17:00 Uhr
Top 1 Begrüßung und Eröffnung der Sitzung (Jens Koeppen
MdB)
Herr Koeppen begrüßt die Teilnehmer der Sitzung und entschuldigt die fehlenden MdBs, die aufgrund einer Aktuellen Stundeim Bundestag entgegen ihrer ursprünglichen Zusage nicht teilnehmenkönnen.
Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Andreas Scheuer MdB, sowie Helmut Brandt MdB und auch Jens Koeppen MdB müssen die Sitzung aufgrund dessen früher verlassen. Martin Halder wird die Leitung der Sitzung übernehmen.
Jens Koeppen verweist auf die generelle Schwierigkeit der Koordination der Sitzungen mit dem laufenden Parlamentsbetrieb.
Die nächste Sitzung des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut(PK AMK) wird daher an einem Montag stattfinden.
Der Vorsitzende dankt den Mitgliedern für die Zuschriften, Themenvorschläge
und Informationsübermittlung. Die Arbeit des PK AMK als „Frühwarnsystem“ funktioniert sehr gut.
Im Rückblick auf die vergangene Sitzung:
Ein eigener Blog für den Parlamentskreis (PK) wurde seitens der Mitglieder abgelehnt. Jens Koeppen bietet an, bei Bedarf gezielt Themen zur Diskussion und Information auf seiner Blogseite (http://blog.jens-koeppen.de) zu veröffentlichen. Dies könnte die Zielsetzung des PK AMK „Informationstransfer, den Oldtimer-Nachwuchs fördern und die Reichweite der Themen erhöhen“bekräftigen.
Einen neuen Namen für den PK wird es nicht geben. Der NamePK AMK hat sich eingebürgert. Eine neue graphische Umsetzung (neues Logo) für den PK wird dennoch befürwortet.
Jens Koeppen weist darauf hin, dass Mitarbeiter der Fraktionen und Fraktionsreferenten, sowie andere Interessenten von außerhalb,gerne als Gäste an den Sitzungen teilenehmen können. Es
besteht aber Einigkeit, den Kreis der Mitglieder in der bisherigen Stärke zu belassen.
Zur Überlegung steht an, einen Informationsverteiler für Interessierte (Nicht-Mitglieder) einzurichten, an die Informationen aus dem PK AMK übermittelt werden können.
TOP 2 Organisatorisches (Martin Halder, Koordinator)
(Herr Halder trifft etwas später ein. TOP 3 wird daher zunächst vorgezogen.)
Martin Halder dankt Herrn Kubisch für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Trotz der möglichen Probleme bei der Raumbuchung im Deutschen Bundestag, sollten die nächsten Sitzungen dennoch in der Nähe des Regierungsviertels stattfinden. Gerne werden Vorschläge für Sitzungsräume entgegengenommen.
die gute Zusammenarbeit. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat einen entsprechenden Verordnungsentwurf erstellt, der in Kürze dem Bundesrat zugeleitet
werden soll. Danach ist in der Breite ein Mindestmaß von nur noch 18 cm und eine Höhe von 20 cm vorgesehen.
Willy Hof weist darauf hin, dass diese Änderungen nicht als ausreichend empfunden werden könnten. Die Höhe der Kennzeichen ist entscheidend. Ausleuchtung und die Befestigung sind bei den größeren Kennzeichen problematisch, nicht allein die Optik. Wünschenswert wäre die Größe 24x13. (2007 fiel aus unbekannten Gründen der entsprechende § 60 aus der StVZO heraus).
PSt Dr. Scheuer wird gebeten, dies noch einmal aufzunehmen. Pst. Dr. Scheuer berichtet, dass die Verordnung am 18. März durch den Bundesrat gehen soll. Den Prüfauftrag aus dem PK zur angestrebten Kennzeichengröße nimmt Dr. Scheuer auf.
Wechselkennzeichen
Dr. Scheuer berichtet, dass das Bundesministerium Verkehr, Bau und Stadtentwicklung konzeptionell mit den Vorbereitungen zur Einführung fertig sei. Angedacht war zunächst die Einführung des Kennzeichens zum Start der Saison 2011. Dies lässt sich nicht realisieren, der Start ist nun für Mitte des Jahres/Herbst
2011 angedacht. Die Ressortabstimmungen haben begonnen. Probleme werden seitens des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) gesehen. Es ist unklar, ob Mehrwertsteuereffekte die prognostizierten Steuerausfälle auffangen können. Eine Rabattierung von 75 % auf das zweite und dritte Fahrzeug ist geplant. Dr. Scheuer merkt an, dass ein solides Rabattierungskonzept vor Schnelligkeit stünde.
Thomas Lundt erkundigt sich nach der Haltung der Versicherungen. Dr. Scheuer merkt an, dass Probleme eher bei den großen Versicherungen gesehen würden.
Hr. von Papen (OCC) weist auf ein Sammelprodukt für drei Liebhaberstücke seines Hauses hin, was bereits seit 3-4 Jahren angeboten wird.
Biokraftstoff E10 (Dirk Köhler TOTAL)
Herr Dirk Köhler, zuständig für den Bereich Geschäftsentwicklung,stellt in einer Präsentation zum einen die Total GmbH vor und berichtet zum anderen über den Biokraftstoff E10 und die
Herausforderungen, die sich mit der Einführung des Kraftstoffs ergeben. Mit Einführung des Biokraftstoffs E10 reagiert Deutschland auf die neuen EU-Richtlinien zum Thema Klimaschutz. Die Umstellung an deutschen Tankstellen ist mit Beginn des Jahres angelaufen.
Es erfolgt der Hinweis, dass die Überprüfung, ob das Fahrzeug E10 tauglich ist, sehr wichtig sei. Auskunft kann der Hersteller geben. Herr Köhler sieht hier die Hersteller in der Pflicht, nicht die Industrie.
Die Teilnehmer der Sitzung schätzen den Kraftstoff generell als problematisch für Oldtimer ein. Es besteht Einigkeit, abzuwarten, welche Probleme sich aus der Praxis mit dem E10-Krafstoff ergeben.
Für das Betanken der Oldtimer wird im Kreise der Anwesenden zum bisherigen Kraftstoff geraten, um technischen Problemen vorzubeugen.
Von einigen Mitgliedern wird auf die große Verunsicherung der Autofahrer hingewiesen.
Herr Tappert merkt an, dass man nicht wirklich wisse, welche Auswirkungen der Kraftstoff auf die Motoren/Materialien habe und dass es bisher nur wenige Tests in den USA dazu gebe.
Michael Eckert beklagt unzureichende Informationen seitens der Hersteller und spricht den Produkthaftungsbereich an. Herr Köhler verweist dahingehend auf die Vorschrift seitens des Gesetzgebers zur Einführung des Kraftstoffs.
Jens Koeppen merkt an, dass der Kraftstoff E10 auf den Weg gebracht sei. Der PK AMK sollte sich für eine Bestandsgarantie für E5 über 2013 hinaus einsetzen.
Martin Halder regt hierzu ein internes Meeting unter den Abgeordneten zu diesem Thema an.
Herr Köhler bietet an, sich in einer Gesprächsrunde zusammenzufinden, um zu besprechen, ob es die Möglichkeit gebe, einen enthanolfreien Kraftstoff (E0), z.B. in einem Oldtimerzentrum, zur Verfügung zu stellen. Dies könnte aber nur ein spezielles Angebot sein und nicht an Tankstellen zur Verfügung gestellt werden.
Fazit: Der PK AMK wird sich für die Erhaltung des E5-Kraftstoffes über 2013 hinaus einsetzen und trägt dieses Anliegen an die politische Seite heran.
Automobil als Kulturtechnik. Ein Kultur-Projekt in Zusammenarbeit mit der Humboldt Universität Berlin (Anja M. Aen Köpper, Humboldt Universität und Urs P. Ramseier, swiss.car.register)
Herr Ramseier entschuldigt zunächst seine Kollegin Aen Köpper, die leider nicht an der Präsentation teilnehmen kann.
Herr Ramseier stellt das Clusterprojekt „Moving Shelter“ vor. Er berichtet, dass das Institut Mobile Kulturtechnik an der Humboldt Universität zu Berlin im Aufbau sei. Bis zum 30.06.2011
soll die Gründung erfolgen und die Zusammenarbeit mit der Humboldt Universität und weiteren Interessenten beginnen.
Herr Ramseier berichtet zusätzlich zu Umweltzonen in der Schweiz. Verbände und Kantone waren gegen die Einführung der Umweltzonen. Musterbriefe wurden zur Verfügung gestellt. Diese wurden zahlreich an das Amt für Umwelt geschickt. Die Behörde erreichten ca. 3600 Schreiben gegen die Einrichtung von Umweltzonen und die Bitte um Ausnahmeregelungen für Oldtimer.
Letztendlich wurde die Idee komplett zurück gezogen. Herr Ramseier merkt an, dass der PK AMK ein gutes Forum sei, wobei er gerne ein vergleichbares Forum auch in der Schweiz sehen würde.
Historic Vehicle Group auf EU-Ebene, Bericht der letzten Sitzung
(Stefan Röhrig, VDA)
Herr Röhrig berichtet von der letzten Sitzung der Historic Vehicle Group auf EU-Ebene vom 20. Januar 2011. Der Kreis tagt vier mal jährlich in Straßburg.
Wichtigstes Thema der letzten Sitzung war die Definition Historischer Fahrzeuge. Ein anderes Thema war das 07er Kennzeichen.
Dieses Thema wurde jedoch, so Herr Röhrig, als deutsches Problem definiert, daher wird es in dieser Gruppe nicht weiterverfolgt (EC Type-Approval fehlt).
Weiterhin standen der Besuch des Mahy Museums sowie eine Rallye von Abgeordneten von Brüssel nach London und die einheitliche Handhabung der Verzollung von Oldtimern aus dem nicht-europäischen Ausland auf der Tagesordnung. Eine Einladung eines Kommissars zu einer der nächsten Sitzungen soll erfolgen.
Die nächste Sitzung findet am 06.04.2011 statt. Martin Halder merkt an, dass ein solcher Kreis auf EU-Ebene sehr wichtig sei, da die Themen, die auch für den PK AMK relevant werden könnten, zuerst dort aufkommen.
Eine engere Verknüpfung relevanter Kreise (in England gibt es einen ähnlichen Kreis wie den PK AMK) wäre wünschenswert.
Aus den Sitzungen der Historic Vehicle Group soll auch in kommenden Sitzungen berichtet werden.
Änderungen durch die neue Oldtimer-Richtlinie (Rainer Süßbier,GTÜ)
Ab 2011 gibt es einen neuen Anforderungskatalog für die Begutachtung eines Fahrzeugs zur Einstufung als Oldtimer (einheitliche Anforderungen und Beurteilungskriterien). Dieser liegt vor, ist jedoch noch nicht veröffentlicht. Im April soll die Ankündigung/Veröffentlichung im Bundesverkehrsblatt erfolgen. Dann
sollen die verschiedenen Gruppen dazu tagen. Die kontroverse Diskussion zeigt hier großen Abstimmungsbedarf.
Herr Halder bietet aufgrund der fortgeschrittenen Zeit an, das Thema noch einmal auf die nächste Agenda zu setzen.
Die Vortragenden werden gebeten, ihre Wortbeiträge und Präsentationen für die Versendung mit dem Protokoll an Herrn Halder oder das Büro von Jens Koeppen zu senden.
TOP 4 Verschiedenes
Herr Ockens spricht das Thema Generalklausel an. Mittel- und langfristig könne der Bereich Oldtimer nur weiterleben, wenn der kulturelle Aspekt im Vordergrund stünde. Jede relevante Gesetzgebung sollte darauf hin überprüft werden, ob sie unseren Bereich gewollt oder ungewollt beschränken oder beschädigen
könnte. Herr Ockens verdeutlicht in Bezug darauf, dass es wünschenswert wäre, wenn die seit 2004 existierende Generalklausel der EU auch auf deutscher Ebene wirksam werden könnte.
TOP 5 Terminplanung
Das nächste Treffen des PK ist für Montag, den 04. Juli 2011, im Zeitraum 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr in Räumlichkeiten des Deutschen Bundestages in Berlin geplant.
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Im Anschluss an die Sitzung führt Ulrich Kubisch durch die Räume der neuen Dauerausstellung "Mensch in Fahrt" der Stiftung Deutsches Technikmuseum.
gez. Jens Koeppen MdB
Vorsitzender des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut
sowie
Martin Halder
Koordinator des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut
Parlamentskreis Automobiles Kulturgut
Ergebnisprotokoll der Sitzung am 05.10.2010 von 16:00 bis 19:00 Uhr
Top 1 Begrüßung durch den Leiter des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut
(Jens Koeppen MdB)
Herr Koeppen entschuldigt die anderen angemeldeten MdBs, die wegen der laufenden Fraktionssitzungen nicht kommen können.
PSt. Dr. Andreas Scheuer MdB sowie Thomas Jarzombek MdB stoßen zu einem späteren Zeitpunkt dazu.
Zum Ablauf des Parlamentskreises schlägt Herr Koeppen vor, die schriftlichen Eingaben so auszuformulieren, dass diese bei der nächsten Sitzung dem Protokoll beiliegen können bzw. als Handreichung an die Teilnehmer ausgegeben werden können.
TOP 2 Organisatorisches (Martin Halder, Koordinator)
Nach einem kurzen Überblick über die Agenda berichtet Herr Halder, dass während der aktuellen Saison einige MdBs an Oldtimer Messen und Rallyes teilgenommen haben. Unter anderem waren dies Jens Koeppen und Dr. Scheuer auf der Techno Classica, ebenso auf dem Eifelrennen oder Thomas Jarzombek bei der ADAC Deutschland Klassik. Es wird allgemein begrüßt, dass sich die Abgeordneten aktiv an den Events beteiligen und so einen direkten Einblick in die Oldtimerszene erhalten.
TOP 3 Kurzpräsentation der Sachfragen und Diskussion Besteuerung von Fahrzeugen mit kleinem Hubraum und HKennzeichen
(Peter Schneider, DEUVET)
Der Steuersatz bei Fahrzeugen mit H-Kennzeichen beläuft sich auf max. 191,73€, was für Kleinwagenbesitzer einen Nachteil gegenüber der Normalbesteuerung bedeutet. Herr Schneider
schlägt vor, den Steuersatz für das H-Kennzeichen als Obergrenze zu definieren, damit steuergünstigere Fahrzeuge ohne finanziellen Nachteil mit dem H-Kennzeichen ausgestattet werden können.
Seitens des DEUVET wurde ein entsprechender Antrag formuliert; die MdBs Christian Lindner (FDP) und Dagmar Enkelmann (Die Linke) haben dazu bereits ihre Zustimmung signalisiert.
Herr Halder gibt zu bedenken, dass es gefährlich sein könnte, das H-Kennzeichen dahingehend „zu öffnen“, da politisch nicht steuerbar. Die Veränderung zugunsten der Kleinwagenbesitzer könnte von weniger oldtimerfreundlichen Interessengruppen zum Anlass genommen werden, die Privilegien des HKennzeichens insgesamt in Frage zu stellen. Der Nutzen stünde in keinem Verhältnis zum Risiko.
Herr Kockelmann berichtet, dass der ADAC zwar Anfang August ebenfalls in dieser Sache aktiv war, man sich aber dazu entschlossen hat, das Thema nicht weiter zu forcieren. Frau Kettenmann-Pfaff gibt zu bedenken, dass die Kleinwagenbesitzer sich oftmals nicht anerkannt und übergangen fühlten.
Diese Einschätzung wurde jedoch nicht von allen Mitgliedern des Parlamentskreises geteilt. Einig sind sich aber alle dahingehend, dass eine Sozialdiskussion in jedem Fall vermieden werden sollte.
Der DEUVET betont, das Thema weiter zu bearbeiten. Von Seiten des Parlamentskreises besteht Einigkeit, diese Thematik als Einzelthema nicht weiter zu verfolgen.
Status der Einführung von Wechselkennzeichen (PSt. Dr. Andreas Scheuer)
Seit Februar 2010 verhandelt man mit dem Gesamtverband der Versicherer. Die Gespräche dauern noch an. Das Bundesministerium ist vorbereitet, auch die Kennzeichenkonzeption ist bereits abgeschlossen, es fehlt allein an den passenden Modellen der Versicherungsbranche für die Endverbraucher. Zudem sei das Wechselkennzeichen auch bereits in den Schriftsätzen des Kanzleramts verankert. Herr Dr. Scheuer dankt ausdrücklich dem ADAC für seinen Einsatz in dieser Sache.
Das Wechselkennzeichen soll planungsgemäß in 2011 eingeführt werden. Trotz der massiven zeitlichen Verzögerung soll eine Einführung zu Beginn der Saison (ursprüngl. Ziel: 01.01.2011) erreicht werden.
Jürgen Ockens bemerkt, dass die Versicherung ein Aspekt sei, die Besteuerung hingegen ein anderer. Auf die Frage, ob denn evtl. steuerliche Vergünstigungen in Sicht seien, verwies PSt. Dr. Scheuer auf die haushälterische Situation und die Haltung des Bundesministerium für Finanzen.
Martin Halder betont, dass man sich trotz der zeitlichen Verzögerung und nach den erheblichen Widerständen zu Beginn offensichtlich auf der Zielgeraden befindet. Die Einführung des Kennzeichen wird begrüßt, ebenso der Einsatz der Politik insbesondere von Herrn Dr. Scheuer.
Verlängerung der Hauptuntersuchungsfristen für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen (Mario de Rosa, Initiative Kulturgut Mobilität e.V.)
In verschiedenen europäischen Ländern besteht keine HU-Pflicht für Oldtimer, in anderen bestehen längere Prüfintervalle, daher stellt sich die Frage, ob man in Deutschland nicht auch die vorgeschriebene Frequenz von zwei Jahren auf fünf Jahre erhöhen kann. Es folgt ein kritischer Einwurf der Herren Tappert/TÜV Hanse GmbH und Bräuer/DEKRA Automobil GmbH, dass die Praxis zeigt, dass Oldtimer, oft begründet durch längere Standzeiten, technische Mängel aufweisen würden. Martin Halder sieht eine operative und eine strategische Betrachtungsweise. Auch wenn die regelmäßige Untersuchung zusätzlichen Aufwand für die Fahrzeughalter bedeutet, ist die Faktenlage
offensichtlich nicht belastbar genug, um eine Verlängerung zu rechtfertigen. Strategisch begibt man sich hier wieder auf eine allgemeine Diskussion um den Oldtimerstatus. Er betont, dass es trotz der hohen Sympathiewerte des Oldtimers auch Gegner von Sonderregelungen gibt. Ein solches Aufschnüren des akzeptierten Gesamtpakets um das H-Kennzeichen durch die Oldtimerszene selbst, könnte als Anlass für eine Generaldebatte - mit ungewissem Ausgang - genommen werden. Ziel muss seiner Ansicht nach immer die Stärkung des H-Kennzeichen als Basis aller Sonderregelungen sein.
Konsens besteht, dass eine Hauptuntersuchung zumindest alle zwei Jahre, für wichtig erachtet wird.
Falsche Oldtimer (Markus Tappert, TÜV Hanse GmbH – TÜV SÜD Gruppe)
Herr Tappert berichtet von den Schwierigkeiten, Fahrzeuge dieser Art zu bewerten. Das Problem tritt häufig bei Fahrzeugen aus anderen Ländern (insbesondere Groß Britannien) auf. Herr Tappert nennt einige Beispiele aus der Praxis: Abweichendes Baujahr in den Fahrzeugdokumenten vom tatsächlichen Baujahr; die Fahrgestellnummer eines Teils wird für den Gesamtwagen übernommen; das Baujahr eines Fahrzeugteiles wird als Komplett-Baujahr des Autos übernommen etc. Das Problem: Es bestehen deutliche Unterschiede in der Regelung der Zulassung von Einzelfahrzeugen innerhalb der EU. Die Problematik wird ausführlich in der anhängenden Präsentation dargestellt. Auch ein Lösungsansatz wird vorgestellt. Malte Jürgens schlägt die Einführung der in der Luftfahrt gebräuchlichen Experimentalzulassung vor. Diese wäre auch ideal für Replikas und würde dem Handel mit Fahrgestellnummern Einhalt gebieten. Herr Röhrig merkt an, dass es deutliche Gesetzeslücken zwischen dem deutschen Recht und dem EU-Recht gäbe. Beispielsweise sei es daher möglich, ein Fahrzeug im deutlich „unkritischeren England“ untersuchen zu lassen. Johannes Hübner rät, nicht weiter an diesem Thema zu rühren, da es auch deutsche Hersteller gibt, die Fahrzeuge komplett aus neuen Teilen zusammensetzen und diese anschließend mit HKennzeichen fahren.
Eine zufriedenstellende Lösung ist nach Meinung der Teilnehmer nur im europäischen Maßstab möglich, da die unterschiedlichen Vorschriften der Mitgliedsstaaten eine deutsche Insellösung
wirkungslos machen. Da auch in anderen Bereichen das EU-Recht an Bedeutung gewinnt, möchte der Parlamentskreis seine Kontakte zum EUParlament intensivieren. Jens Koeppen sagt zu, an die entsprechenden deutschen EU-Parlamentarier heranzutreten. Für den fachlichen Austausch soll eine Einladung zu einer Sitzung des Parlamentskreises erfolgen.
Bericht zum Automobilsommer 2011 (Johannes Hübner, Autoconsult)
Herr Hübner gibt in seiner Präsentation detaillierten Einblick in das reichhaltige Programm des Landes Baden Württemberg, welches am 07.05.2011 in Stuttgart startet und am 11.09.2011 in Mannheim endet. Karl-Ulrich Herrmann ergänzt, dass der Tourismusverband Baden-Württemberg Organisator des Automobilsommers 2011 sei und noch immer die Möglichkeit besteht, sich mit Projekten und
Veranstaltungen einzubringen. Es ergeht der Hinweis, dass ein entsprechendes Logo bei Anmeldung
vom Tourismusverband zur Verfügung gestellt würde. Kontakt: Tourismusverband Baden-Württemberg, Frau Wagner. Herr Herrmann betont jedoch, die der Bereich Oldtimer nur eine
Facette des Programms sei, man sich zudem ganz deutlich mit dem Thema Zukunftsmobilität auseinander setzen würde. Nachdem Kay MacKenneth anmerkt, dass auch Bayern als Bundesland
mit dabei wäre, ruft Martin Halder mit dem Hinweis, dass die Südachse bereits stehen würde, alle Beteiligten des Parlamentskreises dazu auf, das Projekt Automobilsommer weiterzutragen.
Entwicklung des Fahrzeugbestandes von Oldtimern und
Youngtimern (Albert Kockelmann, ADAC)
Albert Kockelmann präsentiert die Entwicklung des Fahrzeugbestandes der letzten Jahre, die deutliche Schlüsse auf die nächsten Jahre zulässt. Die Präsentation liegt dem Protokoll bei. Martin Halder hatte um dieses konkrete Zahlenwerk gebeten, damit alle Beteiligten von denselben Informationen ausgehen
und sich die notwendige Argumentationskette zurechtlegen können, bevor es andere - möglicherweise weniger wohlwollende - Institutionen tun. Laut Burkhard Steins sind die Zahlen keineswegs überraschend, ist doch die Autoproduktion stetig gestiegen. Thomas Lundt wagt die Prognose, dass die Anzahl an Oldtimern auch deswegen deutlich steigen wird, weil die Menschen der heutigen elektroniküberfrachteten Autos überdrüssig sind. Georg Sewe merkt an, dass der Wirtschaftsfaktor Oldtimer noch weiter steigen wird, da die Akzeptanz für diese Fahrzeuge in der Bevölkerung hoch sei.
Im Zuge der allgemeinen Diskussion einigt man sich darauf, nur noch über Fahrzeuge mit H-Kennzeichen zu sprechen, die nicht inflationär vergeben worden sind. Peter Steinfurth wirft die Frage auf, wie viele H-Kennzeichen das System verträgt, bevor das Finanzministerium einen Riegel vorschiebt. Herr Ockens rät dazu, nach wie vor den kulturellen Aspekt zu betonen, andernfalls sei damit zu rechnen, bald keine Ausnahmeregelungen mehr genehmigt zu bekommen. Die Frage, ob und inwieweit eine zunehmende Zahl von Oldtimern von der Öffentlichkeit akzeptiert wird oder durch die
wachsende Zahl der Status des besonderen Kulturguts verloren geht, ist nur andiskutiert worden. Diese Diskussion soll in der nächsten Sitzung intensiviert werden.
TOP 4 Verschiedenes
Alfred Haas ist neuer Präsident des Veteranen Fahrzeug Verbandes (VFV). Der 60-jährige Diplomingenieur ist Vertriebsrepräsentant des TÜV SÜD und hat die Nachfolge von Willy Hof angetreten. Burkhard Steins fragt an, inwieweit das Befahren der Berliner Umweltzone mit einer Händlernummer, beginnend mit der Ziffernkombination "06" zulässig sei. Dies wurde sowohl von
Thomas Lundt als auch von Carsten Bräuer und Mario De Rosa bejaht. Anmerkung: Hr. De Rosa hat dazu bereits eine schriftlich Erläuterung zugestellt: „Gerne zitiere ich daher aus der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz: ´Das Land Berlin hat für die Umweltzone weitere generelle Ausnahmen per Allgemeinverfügung festgelegt. Damit dürfen folgende
Fahrzeuge ohne Plakette in der Umweltzone fahren: Fahrzeuge mit rotem Händlerkennzeichen (Beginn der Erkennungsnummer mit 06) und Fahrzeuge mit Kurzzeitkennzeichen (Beginn der
Erkennungsnummer mit 04), sofern diese Fahrzeuge aufgrund ihrer Abgasstandards kennzeichnungsfähig wären (Amtsblatt Nr. 56/2007, S. 3293).´“
Quelle: http://www.berlin.de/sen/umwelt/luftqualitaet/de/luftreinhalteplan/umweltzone_ausnahmen.shtml
Herr Lundt sagte zu, seine Informationen zu diesem Sachverhalt dem Parlamentskreis zuzuliefern.
Nachfrage von Johannes Götze zum Stand der Dinge kleine/große Kennzeichen von Motorädern betreffend. Laut Herrn Koeppen hat Dr. Scheuer eine Untersuchung bei der Bundesanstalt für Straßenwesen beantragt, auf welche Größe die Kennzeichen von Motorrädern verkleinert werden können, ohne dass deren Erkennbarkeit eingeschränkt werde. Mit ersten Ergebnissen sei in naher Zukunft zu rechnen. Der Parlamentskreis wird unterrichtet, sobald die Informationen vorliegen. In seinem Brief wies Herr Dr. Scheuer vorab darauf hin, dass Kennzeichen, die bereits vor Inkrafttreten der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) erteilt worden sind, weiter gültig bleiben (§ 50 Absatz 2 FZV).
Herr Hübner fragt an, inwieweit Personen, die ihr Fahrzeug beispielsweise längere Zeit für Ausstellungen zur Verfügung gestellt und somit die Frist der HU verpasst hatten, bei Nachholung
eben dieser Probleme bekommen. Herr Tappert und Herr Bräuer stellen klar, dass es hier keine Probleme gäbe, es sei denn, der Fahrer wird ausgerechnet auf der Fahrt zur HU von der Polizei
kontrolliert. Eine bundeseinheitliche Regelung gibt es hierfür jedoch nicht.
Zum Berufsbild Oldtimerrestaurator berichtet Frau Zeus von zwei aktuellen Pilotprojekten in Soest und Speyer. Hier erhalten interessierte Azubis zum Mechatroniker innerhalb der nächsten drei Jahre eine entsprechende Zusatzqualifikation.
Zu Gast im Parlamentskreis ist Frau Aen Köpper, die in der nächsten Sitzung ihr Projekt „Moving Shelter“, welches im Rahmen ihrer Aktivitäten an der Humboldt Universität entstanden ist, vorstellen wird.
Jens Koeppen berichtet von Stimmen aus der Oldtimer-Szene, die mit dem Namen „Parlamentskreis Automobiles Kulturgut“ nicht sofort etwas anzufangen wissen und den Namen als etwas „umständlich und schwerfällig“ einschätzen würden. Über eine Änderung des Namens und des Logos könnte nachgedacht werden. Meinungen und Vorschläge der Mitglieder zu dem Thema sind erwünscht.
Zudem schlägt Herr Koeppen vor, die Möglichkeiten des Web 2.0 (Bloggseite, Facebook etc. ) auszuschöpfen. Diese Idee wurde kontrovers diskutiert und vom Großteil der Anwesenden eher abgelehnt. Argumente: hoher Aktualisierungsbedarf, viele unqualifizierte Einträge etc. Es überwog die Einschätzung, dass die Vermittlung der im Parlamentskreis besprochenen Inhalte insbesondere von den Mitgliedern zu leisten ist. Diese sind im Parlamentskreis vertreten, da sie in wirtschaftlicher, medialer oder vereinsorientierter Rolle Repräsentanten der Oldtimerszene sind. Es ist daher erste Aufgabe der Mitglieder, die Inhalte einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln.
Michael Eckert schlägt vor, dass sich der Parlamentskreis auf einer der Oldtimer-Messen, zum Beispiel im Zuge einer Podiumsdiskussion öffentlich vorstellt.
Peter Schneider erinnert daran, dass bei der geplanten Winterreifen-Pflicht Oldtimer eine Ausnahme machen müssen, da es schlichtweg keine passenden Reifen gibt.
TOP 5 Terminplanung
Das nächste Treffen des Parlamentskreises ist für Mittwoch, den 23.02.2011, im Zeitraum 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geplant.
gez. Jens Koeppen MdB
Vorsitzender des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut
sowie
Martin Halder
Koordinator des Parlamentskreises Automobiles Kulturgut
Berufung in den Parlamentskreis Automobiles Kulturgut des Deutschen Bundestags
Christoph Karle, Ludwigshafen, Vorsitzender des MSC Sernatingen Oldtimerfreunde, wurde in den Parlamentskreis Automobiles Kulturgut des Deutschen Bundestags berufen.
Bodman-Ludwigshafen (fws) Dem Vorsitzenden des MSC Sernatingen Oldtimerfreunde, Christoph Karle, wurde eine besondere Ehre zuteil. Er wurde in den „Parlamentskreis Automobiles Kulturgut“ in den Deutschen Bundestag berufen. Grund für diese Nominierung sind offensichtlich seine Erfahrungen, die er in den letzten Jahren durch die Organisation größerer Oldtimerereignisse gesammelt hat. In den vergangenen Jahren hat Christoph Karle anlässlich der Oldtimermesse „Klassikwelt Bodensee“ in Friedrichshafen jeweils am Messe-Samstag die „Klassiker-Parade von „Motor-Klassik“ organisiert, bei der bis zu 25 000 Zuschauer am Straßenrand standen und die teilnehmenden Fahrzeuge bestaunten.
Weitere Veranstaltungen, mit der er zu tun hatte, waren eine Parade zur Eröffnung des Meilenwerkes der Region Stuttgart in Böblingen sowie Moderationen von Oldtimer-Rallyes in Schramberg und Hilzingen.
Seit Mai 2009 gibt es den „Parlamentskreis Automobiles Kulturgut“ im Deutschen Bundestag. Auf Initiative des Vorsitzenden der Meilenwerk AG, Martin Halder und des CSU Bundestagsabgeordneten Andreas Scheuer wurde diese parteienübergreifende Gesprächsplattform ins Leben gerufen. Mit ihr soll
die Kommunikation zwischen Politik, Wirtschaft und Verbänden verbessert werden, um oldtimerrelevante Themen frühzeitig zu thematisieren und die beteiligten Stellen zu sensibilisieren. Das Hauptziel sei die Erhaltung des Kulturgutes Automobil. Der Parlamentskreis trifft sich mehrmals im Jahr zum Meinungsaustausch mit Fachvertretern und Multiplikatoren aus dem Oldtimersegment. Zwischenzeitlich
hat der CDU Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen die Leitung des Arbeitskreises .

„Ich freue mich sehr, dass ich in diesen Parlamentskreis als Mitglied aufgenommen worden bin“, sagte Christoph Karle. Er war bereits schon zum zweiten Mal in Berlin bei einer Sitzung, zuletzt vergangene Woche. Dort konnte Christoph Karle seine Vorstellungen thematisieren. Zur Diskussion standen bei diesem Treffen Wechselkennzeichen, TÜV-Verlängerung und Originalität von Oldtimern.
Rainer Süßbier verdeutlicht mit einer Präsentation die Historie, Neuerungen und stellt wesentliche Unterschiede dar.
TOP 3 Kurzpräsentation der Sachfragen und Diskussion Status der Einführung von Wechselkennzeichen / kleines Sonderkennzeichen für Motorräder (PSt. Dr. Andreas Scheuer MdB)
Kleine Kennzeichen für Motorräder
Jens Koeppen führt in das Thema ein und dankt Dr. Scheuer für